Die Geschichte unseres Hofes

Bauer Godde - der Hof
Unser Bauernhof liegt auf dem Südhang des Recklinghäuser Höhenrückens, der sich von Waltrop/ Henrichenburg bisGladbeck/ Oberhausen-Osterfeld hinzieht.

Da sich der kleine Bach "Marpe" an und durch unseren Hof verläuft, spricht man auch vom "Marpenhof." Der Boden besteht aus einer mehr oder weniger mächtigen Decke aus Sand und Lehm. Diese gestattet einen fruchtbaren Ackerbau. Die Besiedlung begann schon sehr früh, denn der Wasserreichtum, der gute Ackerboden, der Wald und die Höhenlage über den sumpfigen Emscherniederungen waren für die Siedler ideal.

Es ist anzunehmen, daß im Laufe der Christianisierung der Germanenstämme durch die deutschen Kaiser um 1100 der "Oberhof" Heldringhusen (dem heutigen Recklinghausen) gegründet wurde. Die Oberhöfe lagen immer einen Tagesmarsch auseinander,so daß Boten, Händler und Soldaten am Abend sicher nächtigen konnten. Rings um die Oberhöfe wurden "Unterhöfe" angelegt, z.B. Distelheim (Disteln), Bachheim (Backum) und Hoglare (Hochlar) "Lar" bedeutete ein Gras- und Weideplatz am Hügelhang.Es ist davon auszugehen, dass es bei dem Unterhof Hoglare (Hochlar) um eine Ansiedlung an dem heutigen Marpenbach handelt. Auf die Siedlung weist auch das Bachnamenwort "Ape" oder "Arpe" hin, das im Namen vorkommt. Die Marpe erhält ihr Wasser aus den Quellen in den schluchtartigen Tälern Kellergatt und Blitzkuhle und mündet in die Emscher.

Die Bachnamen wurden oft zu Hof- und Familiennamen der Menschen verwendet, die sich vorzugsweise in den Quellgebieten und an den Wasserläufen ansiedelten. Aufzeichnungen aus dieser Zeit gibt es nicht, da nur in den Klöstern und an den adeligen Höfen die Schreibkunst verbreitet war. Urkundlich erwähnt wird 1342 ein Arnoldus de Marpe, der sich mit seinen Mannen gegen die Raubritter von Strünkede (Herne) wehrte. Diese überschritten immer wieder die Emscher und trieben ihr Vieh in die fruchtbauen Auen des sogenannten Emscherbruchs, der auch für seine Wildpferde berühmt war. Außerdem überfielen sie häufig die offensichtlich wohlhabenden Siedlungen Hochlar und Stuckenbusch, um Holz, Rinder und Schweine zu erbeuten.

Am 7. April 1345 kam es zur "Schlacht an der Marpe" an der 75 Reiter und 150 Knechte teilnahmen. Die Einheimischen waren der Übermacht nicht gewachsen. Aber die Kölner Kurfürsten, die auch gleichzeitig Bischöfe waren, handelten mit den Räubern von Strünkede einen Frieden aus, so daß das Vestische Land weiter im Besitz der Kölner blieb (1180 – 1803). Im Jahr 1600 wird noch einmal von einem Josten Marpe berichtet, der mit einem Urteil des Kölner Kurfürsten nicht einverstanden war und später auch seine Rechte zurückbekam. Am Marpenbach siedeln also nachweislich über 650 Jahre Bauern und Handwerker. (Quelle: Mein Vestisch Land, 1949)

Aus der neueren Zeit liegen unserer Familie schriftliche Dokumente aus dem Jahr 1866 vor. Der Bauer Peter Marpe heiratete Lisette Godde. Der aus dieser Ehe stammende Hoferbe Peter jun. verstarb. Als auch Peter Marpe sen. das Zeitliche segnete, bat Lisette Godde ihren Neffen Josef Godde, ihr bei der Bewirtschaftung des Hofes zu helfen. Dieser übernahm später den Hof in eigener Regie. Urgroßvater Josef Godde heiratete 1904 Christine Hegemann und übergab später den Hof seinem Sohn Carl Godde, der 1933 Henny Feldhaus heiratete. Er kam in den Nachkriegswirren bei einem Überfall Ende 1945 ums Leben. 1955 übernahm sein Sohn Karl-Josef Godde den Hof und heiratete 1971 Agnes König.

Im Jahr 1997 ging der Hof in die Regie von Sohn Karl und seiner Frau Frauke über. Mit den Söhnen Tom und Ben steht die nächste Generation schon in den Startlöchern.

Der Bauernhof heute

Unser Bauernhof ist ein moderner, leistungsfähiger Vollerwerbsbetrieb, der sich in den letzten Jahrzehnten ständig an die Anforderungen der Landwirtschaft angepasst hat. Wir führen den Betrieb mit einer ausgewogenen Achtung vor der Natur und den Tieren mittels moderner Technik. Die Schwerpunkte bilden die Milchwirtschaft, die Erdbeerkulturen sowie die Direktvermarktung mit Milchtankstelle, SB-Hofladen und unsere Milchhütte, die kleine Raststätte.